Neue Bücher zur Generation Y und der Zukunft der Arbeit

Generation Y: Kerstin Bund, Glück schlägt GeldIch weiß nicht, ob es an der Jahreszeit liegt (war ja schließlich gerade Leipziger Buchmesse) oder Zufall ist: in den letzten Wochen sind vermehrt Bücher zur Generation Y und der Veränderung der Arbeitswelt erschienen. Ein guter Grund zwei von ihnen hier vorzustellen und dabei auf weitere tolle Werke zu verweisen, die ich hier unter „Literature“ gesammelt habe.

Den Anfang macht „Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen“. von Kerstin Bund. Ich traf die Autorin das erste Mal bei einem Interview zu einem ZEIT Artikel über die Generation Y, der im März vergangenen Jahres erschien. Obgleich ich mich damals sehr über die reißerische Titelzeile „Faul und schlau“ geärgert habe, ist mir das Interview als sehr gut und professionell vorbereitet in Erinnerung geblieben und der Artikel als solches war ausnehmend gut recherchiert und geschrieben. Dieser Artikel war wohl auch der Anstoß für Kerstin Bund weiter zu recherchieren und aus den Ergebnissen und ihren eigenen Erfahrungen als Generation Y Vertreterin ein Buch zu veröffentlichen.

Herausgekommen ist ein Werk, das mir aus der Seele spricht, und in meinen Augen das bislang beste Buch zum Thema ist. Dankenswerter Weise revidiert sie gleich zu Beginn des Buchs den unglücklichen (und auch von ihr wenig präferierten) ZEIT Titel mit den Worten: „Wir sind nicht faul. Wir wollen arbeiten. Nur anders.“. Auf den folgenden 200 Seiten schlägt sie einen Bogen von der Beschreibung ihrer eigenen Generation und ihren Vorstellungen und Anforderungen an die Arbeitswelt, geht auf Generationsunterschiede ein, beschreibt und belegt Veränderungen in Unternehmen und endet damit, was die Generation Y mit ihrem Verständnis von Leben und Arbeiten in der Wirtschaft und Gesellschaft beitragen kann und wird. Das ganze schreibt sie auf eine angenehm unaufdringliche und doch sehr persönliche Art und findet wunderbar treffende Worte. Wer jetzt auf eine Leseprobe neugierig geworden ist, dem sei ihr vor kurzem in der ZEIT erschienenes Essay „Wir sind jung und brauchen das Glück“ ans Herz gelegt. Das Buch ist jedenfalls ein MUST.

New Business OrderDas zweite Buch stammt von Christoph Giesa und Lena Schiller Clausen und widmet sich der Veränderung der Arbeitswelt. Genauer gesagt dem unaufhaltsamen Einfluss von Startups auf die etablierte Unternehmenswelt – einer „New Business Order“. Die Autoren lernten sich kennen als Christoph Giese als Unternehmensvertreter im Rahmen eines Projekts neue Arbeitsformen ausloten sollte und sich dafür näher mit dem betahaus Hamburg beschäftigte, wo – Sie ahnen es – Lena Schiller Clausen als Geschäftsführerin tätig war. Daraus entstand nicht nur eine Freundschaft sondern auch die gemeinsame Überzeugung, dass traditionelle Unternehmen eine Menge von den alternativen Geschäfts- und Arbeitsmodellen junger Startups lernen können. In drei Teilen nähert sich das Buch dem Thema: Im ersten Teil beschreiben die Autoren eine Reihe von aktuellen Entwicklungen, die dabei sind traditionelle Marktmechanismen und Organisationsmodelle auf den Kopf zu stellen. Und die Ratlosigkeit mit der viele Unternehmen diesen gegenüberstehen. Von Sharing-Modellen über 3D Drucker bis hin zu Unternehmensstrukturen und Personalauswahlverfahren spannen sie den Bogen. Teil zwei wiederum widmet sich den Gegenbeispielen: Unternehmen die erfolgreich andere Organisationsansätze oder Geschäftsmodelle gefunden haben. Dabei bemühen die Autoren keinswegs ferne Firmen aus den USA sondern zeigen inspirierende Beispiele von Startups und mittelständischen Unternehmen aus Deutschland, die neue Wege gehen. Teil drei schließlich liefert dann so etwas wie eine theoretische Basis für den im zweiten Teil aufgezeigten Erfolg. Das klingt trockener als es ist und belegt sehr schön, dass die Veränderung der Wirtschaft und der Arbeitswelt sehr wohl keine einzelnen oder gar vorübergehenden Phänomene sind, sondern langfristige und nicht mehr aufzuhaltende Entwicklungen.

Gut gefällt mir an „New Business Order“ nicht nur der praktische Bezug zu erfolgreichen, „anderen“ Unternehmen, sondern auch die solide Fundierung durch zahlreiche Quellen und eine – für den gehetzen Leser – hübsche „Remember“ Zusammenfassung am Ende eines jeden Kapitels.

Wer jetzt immer noch nicht genug Lesestoff hat und Lust auf mehr bekommen hat, dem seien die weiteren Bücher hier im Blog unter „Literature“ ans Herz gelegt. Sie alle lohnen sich und auf einige mehr, die in diesem Jahr noch kommen werden, freue ich mich schon. So read on, my dear…

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2 Kommentare
  1. Ein spannendes Buch – durchaus. Dennoch finde ich es an einigen Stellen etwas “wischi-waschi” und nicht wirklich bahnbrechend neu.
    Ich plädiere für mehr machen statt denken. Und zu schauen: Was können wir eigentlich gut – und was nicht?
    Hier gibt´s ein paar Gedanken dazu: http://anti-uni.com/generation-y-11-staerken-und-schwaechen/
    Beste Grüße,
    Ben

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