Was Schüler, Azubis & Studenten wollen – Aktuelle Ausbildungsstudie im Auftrag von McDonald’s

McDonald’s Ausbildungsstudie 2013

Auf dem Blog des McDonald’s Personalvorstands Wolfgang Goebel stieß ich heute morgen auf eine spannende Meldung: im Auftrag des Fast-Food Riesen ist eine repräsentative Studie zu den Wünschen, Vorstellungen der 15 bis 24 Jährigen entstanden. Ich habe sie mir angesehen und muss sagen: Hammer! Zusammen mit der SINUS-Jugendstudie u18 und der Shell Jugendstudie bildet sie wohl die detaillierteste Betrachtung der aktuellen Leben- und Arbeitssituation der Jugendlichen in Deutschland. „McDonald’s??“ mögen Sie sich fragen.  Aber immerhin muss das Unternehmen jährlich 1.000 Ausbildungsplätze besetzen. Und dass die Gastronomie nicht zu den attraktivsten Branchen zählt, haben sie jetzt schwarz auf weiß.

Befragt wurden gut 3.000 junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren in mündlich-persönlichen Interviews, durchgeführt durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD). Die Studie betrachtet dabei eine ganze Bandbreite an Aspekten:

  1. Die Zukunfts- und Lebenseinstellung der jungen Menschen
  2. Aufstiegswünsche und -optimismus
  3. Erwartungen an das Berufsleben
  4. Informationsverhalten
  5. Erleben des Starts ins Berufsleben
  6. Arbeitszufriedenheit
  7. Erwartungen an die berufliche Zukunft

Im großen und ganzen bestätigen und verfestigen die Daten bestehende Erkenntnisse: junge Menschen sehen ihre Zukunft grundsätzlich sehr optimisch – legen bei ihrer Berufs- und Unternehmenswahl aber sehr viel Wert auf Sicherheit. Hier eine kleine Auswahl weiterer Ergebnisse:

  • Beruf, soziale Kontakte und Gesundheit schlagen Spaß- und Freizeitorientierung in der Priorität für ihr Leben. Nix reine Spaßgeneration!
  • Beruflich etablierten ist der Aspekt der Sicherheit wichtiger – jungen Menschen, die vor oder am Anfang ihres Berufslebens stehen, hingegen ein Beruf der Spaß macht!
  • Die Mehrheit von 63% ist davon überzeugt, dass sich Leistung in unserem Wirtschaftssystem lohnt.
  • Macht es einen Unterschied für den Erfolg ob man Mann oder Frau ist? Nur für 19%.
  • Die Bedeutung von gutem Arbeitsklima (nette Kollegen, Mitarbeiter) steigt deutlich, wenn man erstmal arbeitet (43% Schüler + 36% Studenten vs. 56% Azubis + 55% Berufstätige)
  • Mit dem Auslandsjob haben sie’s nicht so: wer noch nicht arbeitet liegt immerhin bei 15% (Schüler) bzw. 16% (Studenten). Bei Azubis und Berufstätigen fällt die Zahl dann auf 6% bzw. 7%.
  • Entsetzt war ich darüber, dass nur 14% es wichtig im Leben finden, sich sozial zu engagieren. Das hätte ich nicht so niedrig erwartet.


Alle Abbildungen Quelle und copyright Allensbacher Archiv, IfD-Umfrage 9688

Interessant finde ich, dass die Studie anhand der Daten auch eine eigene Gruppe der „Statusfatalisten“ ausweist: diejenigen, die NICHT glauben, dass sich der  soziale Status durch eigene Anstrengung verbessern lässt (insg. 21% der Befragten. Übrigens immernoch besser als der Bundesdurchschnitt von 42%!). Obgleich es so aussieht, als hätte diese Gruppe alle Hoffnung aufgegeben, ist sie dennoch der Wirtschaft und den Unternehmen gegenüber positiv eingestellt und sehr zugewandt – sie hat nur das Zutrauen in die eigene Leistung verloren. Hier können spezielle Einstiegsprogramme von Unternehmen helfen, ihnen den Weg in die Arbeitswelt zu erschliessen. Dies ist nur eine der Handlungsempfehlungen, die abschliessend aufgeführt werden und die die Studie abrunden. Insgesamt bietet die Studie auf knapp 100 Seiten noch viel, viel mehr, als sich in einem Blogpost unterbringen lässt. Ich muss sagen, ich bin sehr beeindruckt von der Differenzierung und Vielschichtigkeit der Untersuchung! Diese Studie ist echt kein Fast Food.

Zum Download der Studie geht es hier, die Pressemitteilung findet sich hier.

Wen Studien wie diese interessieren, der findet hier im Blog auf den Literatur & Research Seiten übrigens noch eine ganze Reihe ausgewählter internationaler und deutscher Studien zur Generation Y, Generation Z und der Zukunft der Arbeit.

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4 Kommentare
  1. Reblogged this on hzaborowski and commented:
    Na, bei dem ganzen GenY Hype ist diese Umfrage doch wohl einen Blick wert! Vielen Dank, Christoph!

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